20-Punkte-Richtlinie

War massgebend zur Erfolgskontrolle der Hörgeräteanpassung in der Schweiz bis ins Jahr 2011 (bei der SUVA auch weiterhin als Leitfaden genutzt, IV und AHV verzichten komplett auf eine Erfolgskontrolle aus Kostengründen)

Sprachaudiogramm in Ruhe

  1. Verbesserung des 50%-Einsilberverstehens um 10dB oder mehr bei Versorgung des besseren Ohres oder beidseitig. Keine Verschlechterung bei Versorgung des schlechteren Ohres.
  2. Keine Zunahme des Diskriminationsverlustes mit Hörgerät
  3. Kein Abflachen der Diskriminationskurve
  4. Kein Absinken der maximalen Diskrimination und gute Toleranz bei 90dB

Sprachaudiogramm im Störlärm

  1. Der Nutz-Störschallabstand beträgt mit Hörgerät 7dB oder weniger.
  2. Verbesserung des Nutz-Störschallabstandes mit Hörgerät um 2dB oder mehr.

Subjektiver Gewinn

  1. Ein relevanter Hörgewinn wird glaubhaft beschrieben
  2. Natürliche Klangempfindung für Stimmen (auch eigene) und Musik
  3. Das Hörgerät wird täglich getragen
  4. Deutlicher Gewinn der täglichen auditiven Kommunikation
  5. Sozialkontakte werden erleichtert
  6. Geräusche aus der gewohnten Umgebung werden vertragen, ohne dass das Hörgerät ausgezogen oder reguliert werden muss. Auch Geräusche aus dem eigenen Körper stören nicht

Technische Kriterien

  1. Der Patient kann das Hörgerät problemlos abnehmen und wieder anziehen.
  2. Der Patient kann das Hörgerät korrekt bedienen
  3. Der Patient beklagt keine Druckstellen und es lassen sich keine Anzeichen dafür feststellen
  4. Nach dem Wiedereinsetzen des Hörgeräts tritt kein Rückkopplungspfeifen auf.
  5. Der Patient wurde über die verschiedenen Möglichkeiten der Anpassung gut informiert.
  6. Der Patient hatte Gelegenheit, verschiedene Hörgeräte auszuprobieren
  7. Der Patient ist über die Anwendung und Handhabung des Hörgeräts genügend informiert worden.
  8. Der Patient ist darüber informiert worden, was bei technischen Schwierigkeiten mit dem Hörgerät zu tun ist.