Audiologie

B1:AL:05.01.1999
audire (lat)= hören logie (lat)=Lehre, Wissenschaft ==> Lehre vom Hören

Teilgebiete


Literatur


Schematische Schnellzeichnung des Ohres:

AL:1999-01-11:B1

Audiologisches Vorgespräch

AL:12.01.1999:B1

Das Trommelfell

Physiologische Unterteilung

Anatomische Unterteilung

Die Stellung des Trommelfells ist von hinten oben aussen nach vorne unten innen. (Wie beim Griff in die Hosentasche).

AL:1999-01-15:B1

Verstärkungsfunktion des Mittelohres (Impedanzanpassung)

Es ergibt sich eine Gesamtverstärkung von 17 * 1,3 = 22-fache Verstärkung.
Um die Verstärkung in dB zu erhalten, ist die Formel L=20*log(p/p0) zu verwenden

Nervenbahnen

Muskeln im Mittelohr

MuskelTrommelfellspannerSteigbügelmuskel
Ursprungparallel zur tuba auditivaPaukenhöhlen Rückwand
AnsatzHammergriffSteigbügelköpfchen
Innervation N. trigeminusN. facialis
Arbeitsweise zieht TF nach innenkippt Steigbügel aus dem Fenster
Funktion Versteifung der GKK

Anmerkung: Antagonisten=Gegenspieler

Gemeinsame Funktion:

  1. Schutz bei Lärm ab 80-90 dB (jedoch kein sofortiger Schutz und kein lang anhaltender Schutz)
  2. Dämpfung der eigenen Stimme (Vokalisationseffekt, v.a. bei Vögeln beobachtet)
  3. Verzerrungsfreie Übertragung

AL:2000-09-25:B6

Vertäubung in der Sprachaudiometrie

Nach DIN ISO 8253 Teil 3 gilt:

LM = LT - 40 dB + (MAM - MBM)
LM=Rauschpegel
LT=Sprachschallpegel
MAM=Mittlere (siehe unten) LL-Hörschwelle des Gegenohres
MBM=Mittlere (siehe unten) KL-Hörschwelle des Gegenohres

Die mittlere Hörschwelle wird ermittelt, indem man die beiden besten Messpunkte aus 500 Hz, 1 kHz und 2 kHz auswählt und davon den Mittelwert bildet.

Zusammenhänge zwischen Ton- und Sprachaudiogramm

Korrelation zwischen HV für Sprache und dem Tieftongehör um 500 Hz

(passen die Werte zusammen

Korrelation zwischen den U-Grenzen im Ton- und Sprachaudiogramm

(U-Grenze-Ton < U-Grenze-Sprache)

Korrelation Kurvenverlauf im Tonaudiogramm und Abstand Mehrsilber-Einsilber

Nach "Lehnhardt"

Beziehungen zwischen hochtonabfallenden Verhalten im Tonaudiogramm und dem Einsilberverstehen bei 65 dB. Sobald der Hörverlust bei 3 kHz > 40 dB ist, werden bei 65 dB keine 100% Einsilber mehr verstanden (sondern 70-95%). Siehe Kurve 1
Wenn der Hörverlust bei 2 kHz > 40 dB beträgt, liegt die Einsilberverständlichkeit zwischen 70% und 30%. Siehe Kurve 2
Erst bei Hörverlusten für 1 kHz von > 40 dB sinkt das Einsilberverstehen bei 65 dB zumeist auf < 30% (Kurve 3).

Korrelation zwischen Art der Hörstörung (endo/retro) und Verlauf der Einsilberkurve

Pädaudiologie

Mögliche Gründe der späten Diagnose / Hörgeräteversorgung bei schwerhörigen Kindern in Deutschland


Objektive Messverfahren der Kinderaudiometrie


Otoakustische Emissionen

Was sind OAEs ?

OAEs sind Schallwellen, die vom Ohr (genauer: der Cochlea) erzeugt und abgestrahlt werden.

Entstehung der OAE's

Durch Bewegungen der äusseren Haarsinneszellen gerät die Basilarmembran in Schwingung,
diese Schwingung überträgt sich auf die Lymphe und wird über die Fenster abgestrahlt.

Aufbau und Ablauf der Messung

Sonde ins Ohr, "Click", dann Antwort vom Ohr auszeichnen und auswerten.
TODO: Sollte noch detaillierter auf verschiedene Verfahren eingegangen werden,
spontane OAE und provozierte OAE, siehe an anderer Stelle im Script

Messvoraussetzungen

Intaktes MO, d.h. GKK vorhanden und intakt (sonst können die im IO erzeugten
Schwingungen nicht zum TF gelangen und dort dann auch nicht abgestrahlt werden).

Auswertung

Schwingung aufnehmen, verstärken, dann FFT, prüfen ob OAE vorhanden (einzelne Frequenzen)
wenn ja, ist der HV zwischen 0 und 30 dB; wenn keine OAE vorhanden, bedeuted dies meist
einen HV > 30 dB, siehe jedoch Ausnahmen bzw Nachteile

Vorteile der Messmethode

Nichtinvasiv, einfach, vollautomatisch, Patient muss nicht mitarbeiten, objektives Messverfahren, höhere Frequenzselektivität als andere Verfahren.

Nachteile

Keine Aussage über Grad der SH, manche Normalhörende haben keine OAE (Grund unbekannt, etwa 1%) mit zunehmendem Alter Ergebnisse ungenauer leichte HV (< 30 dB) nicht erfassbar Proband muss entspannt sein Wissen über Funktionsfähigkeit des MO notwendig

al-b1-19990107
Beim Tonaudiogramm wird der Hörpegel in dB HL angegeben.
  0 dB(SPL) = 20 µPa (=20*10^-6 Pa)
120 dB(SPL) = 20 Pa
Schmerzgrenze ~ 130 dB(SPL)
al-b1-19990128
Aufgabe: Wenn ein HG bei 500 Hz einen max. Ausgangsschalldrunckpegel in der Messbox
	von 105 dB erzeugt, wird damit die U-Schwelle des Patienten überschritten ?

	
Fazit: HG mit Ausgangspegel von 105 dB SPL bei U-Schwelle von 95 dB HL ist gerade
	noch möglich !
al-b1-19990129

Fehlermöglichkeiten bei der Erstellung eines Tonaudiogramms

Fühlschwellen für KL (in dB/HL)

Frequenz/Hz1252505001000
Plath20 dB35 dB50 dB-
Lehnhardt15 dB30 dB45 dB-
DIN ISO 250 8253-4060 dB70 dB

Fühlschwellen können zu Fehlinterpretationen bei der KL-Messung führen, wenn eine Differenz > 10dB zwischen KL und LL (diffuser SL-Anteil) vorliegt !