OP:1999-01-22:B1

Der äußere Gehörgang

(meatus acusticus externus)
Länge: ca 30-35 mm
Durchmesser: Höhe: 8-11 mm
Breite: 5-8 mm
Verlauf: doppelt s-förmig (vertikal+horizontal)

2 Abschnitte

knorpelig (1/3) isthmus knöchern (2/3)
Knorpel, dazwischen Bindegewebe Knochen, darauf direkt aufliegend haut
Haut mit Haaren, Talgdrüsen, Knäueldrüsen Ast des Vagusnerven
verschiebbarunbeweglich
schmerzempfindlich

Cerumen

...

Die Ohrmuschel (auricula)

Form: oval, trichterförmig, typisches Relief
Aufbau: - Knorpelgewebe mit Haut überzogen
	- Ohrläppchen ist knorpelfrei, enthält Fettgewebe
Aufgaben: - geringe Trichterwirkung (kann für die Schalldruckverhältnisse am Trommelfell
		vernachlässigt werden)
	- Dämpfung von Windgeräuschen
	- Richtungshören vorne/hinten
Die Ohrmuschel besitzt ein typisches Relief aus Erhebungen und Vertiefungen, Einschnitten und Vorsprüngen.
Zählen Sie alle Erhebungen und Vorsprünge auf:

Kunststoffe in der Otoplastik

Polykondensation

Bildung von Polymeren unter Abspaltung kleinerer Moleküle (hier im Beispiel: Wasser)

Polyaddition

Bildung von Polymeren ohne Abspaltung kleinerer Moleküle Wird beides als Abformmasse verwendet, polyadditionsvernetzende Massen sind teurer, aber besser, weil sie weniger schrumpfen.
Kondensationsvernetzendes Abformmaterial Additionsvernetzendes Abformmaterial
Komponenten Blah Gluk
Mischungsverhältnis 20 Monomer : 1 Katalysator 1:1
Schrumpfung
 
0,1-2%, durchschittlich 1%
(abhängig vom Füllstoffgehalt)
unter 0,1%
Katalysator
 
organische Zinnverbindung
(hautreizend)
Platinverbindung
(nicht reizend>
B2:OP:1999-05-18

Kunststoffe in der Otoplastik

Polykondensation

        R                         R
        |                         |
H - O - Si - O - H        H - O - Si - O - H          (Monomer)

B4:OP:1999-11-01

Werkstofflehre

Thermoplaste - Elastomere(plaste) - Duroplaste

1.) Wie ist jede dieser Kunststoffgruppen chemisch aufgebaut?

2.) Welche Eigenschaften besitzt jede dieser Gruppen bei Erwärmung und gegenüber organischen Lösungsmitteln?

3.) Finden Sie Beispiele für Kunststoffe heraus, die zu den o.g. Gruppen gehören.

4.) Wie werden die speziellen Eigenschaften der Thermoplaste / Elastomere / Duroplaste in der Otoplastik angewandt / ausgenutzt bzw. wo sind diese Eigenschaften in der Otoplastik zu sehen?

 

Thermoplaste

Elastomere

Duroplaste

Aufbau verfilzte Ketten / Fäden räumlich weitmaschig vernetzt räumlich engmaschig vernetzt
Eigenschaften bei Erwärmung + organischen Lösungsmitteln

- schmelzbar + plastisch formbar

- löslich

- nicht schmelzbar

- bei Raumtemperatur elastisch

- unlöslich, quellen auf

- bei allen Temperaturen fest (bei zu hohen Temperaturen Verbrennung

- nicht löslich, nicht quellbar

Beispiele Polyamid, Polypropylen, Polyvinylchlorid, Polymethacrylat Silikonkautschuk Polymethan-Acrylat-Gemisch = Lichtpolymerisat / Fotoplast
Eigenschaften in der Otoplastik

- Schallschläuche biegen

- Winkel nachbiegen

- Materialerweichung bei Schmirgeln / Bohren

- chemisches Glänzen

- lufttrocknende Lacke

- weiche Otoplastik

- elastische Negativformen

- elastische Ohrabformungen

- keine Materialerweichung bei Fräsen, Bohren, Schmirgeln

Aufgaben einer Otoplastik

op-b1-19990129

Handhabung des Otoskopes

Inspektion des Ohres

retroauriculärer Bereich (hinter der Ohrmuschel)

Ohrmuschel

äusserer Gehörgang

Trommelfell

Negativform - Materialien

MaterialVorteileNachteile
Gips
  • formkonstant
  • druckfest
  • Abbindung kann beschleunigt werden (dann aber Härteminderung)
  • kann längere Zeit unter Normalbedingungen gelagert werden
  • Hydrationsexpansion zwischen 0,1 und 0,2 Vol-%
  • Härteminderung bei beschleunigter Abbindung
  • nicht wiederverwertbar
  • leichte thermische Expansion
  • Mischungsverhältnis muss genau eingehalten werden
  • Gips ist porig - Poren müssen geschlossen werden, dass Monomer nicht mit Gips verankert
Silikonkautschuk
  • einfache Portionierung und Verarbeitung
  • hohe Volumentreue
  • geringe Schrumpfung bei Vulkanisation
  • Negativ sofort einsatzbereit
  • Negativ wiederverwertbar
  • Für Membran-Verfahren ungeeignet
  • Material nicht wiederverwertbar
  • in Silikonlack getauchte Abformung haftet an Negativmaterial
  • Mischungsverhältnis genau einzuhalten
  • teuer
Agar-Agar
  • wiederverwertbar
  • keine Probleme bei Entnahme der Ohrabformung
  • auch für Lichtpolymerisation geeignet
  • mögliche Fehler bei zu hohen Temperaturen (Blasenbildung, Formveränderung)
  • schlecht kontrollierte Abkühlfunktion
  • Membranverfahren nicht möglich
  • ungeeignet für Heisspolymerisation (Schmelzpunkt 90°C)
  • reisst leicht
  • hohe Schrumpfungsrate

Die Polymerisation

[Diagramm: Wirkung von Katalysator auf Monomer] [Diagramm: Aktivierter Zwischenzustand des Monomer] [Diagramm: Polymer]
Polymerisation: Bildung von Polymeren unter Aufspaltung von Mehrfachbindungen (anm: immer ?)
Mehrere Möglichkeiten für Reaktionsstart:
	UV Licht			Fotopolymerisat
					Lichtpolymerisat
	Chemikalien, die durch		Heisspolymerisat
	Hitze aktiviert werden
	Chemikalien, die bereits bei	Kaltpolymerisat (verwendete Herr Rube zum 					auffüttern")
	Raumtemp. aktiv sind		Autopolymerisat
- verwendete Komponenten -> Mischungsverhältnis
- mechanische Festigkeit z:b. bearbeiten
- Aushärtezeit/-bedingungen
- Schrumpfung
- Hautverträglichkeit -> Restmonomer, Katalysator

Kaltpolymerisat

Komponenten

Schrumpfung

bei richtigem Mischungsverhältnis ca 6%, bei hohem Monomeranteil höher

Katalysatoren

z.T. Amine, z.T. Barbiturathärter, beide Hautreizend; z.T. Peroxide

Reaktionsbedingungen

Restmonomergehalt

0.7% - 7%, abhängig von Mischungsverhältnis und Reaktionstemperatur

mechanische Festigkeit beim fräsen

"eher weich"

Heisspolymerisat

Komponenten

Schrumpfung

bei allseitigem Druck: 6% auf die gesamte Rohlingsfläche verteilt Membranverfahren: 6%, verlagert in den Bereich der abgefräst wird

Katalysatoren

entweder ohne, oder mit Peroxiden

Reaktionsbedingungen

Im Wasserbad: T=90°C, Druck=2-8bar, Zeit=30min bis mehrere Stunden In der Mikrowelle: Leistung=?, Druck=2-8bar, Zeit=3-7 Minuten

Restmonomergehalt

Durchschnittlich 0.8%

mechanische Festigkeit beim fräsen

"eher hart"

Lichtpolymerisat

Komponenten

Mischung aus Durethan-Acrylat (sehr zähfliessend !) als "Lösungsmittel" Methylmethacrylat-Monomer

Schrumpfung

rund 2%

Katalysatoren

UV-Licht

Reaktionsbedingungen

transparente Negativform notwendig ! Zeit: 5-15 Minuten, abhängig von Material (transparent, gefärbt) und Leistung (nimmt mit Alter ab !) der UV-Lampen.

Restmonomergehalt

0.4%-0.6%

mechanische Festigkeit beim fräsen

"hart", ergibt sehr feine Späne

Übungsaufgaben Otoplastik

Hier finden sich Übungsaufgaben zur Otoplastik